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Heitere K l o p a p i e r – H y m n e

in CORONA – Zeiten

Oh Klopapier, oh Klopapier,



du Retterin, wie dank ich dir.



Dein Dasein brachte mir viel Glück,



wenn ich im letzten Augenblick,



ein Stück von dir in Händen hielt,



sonst wäre manches ungezielt,



nicht an dem rechten Platz gelandet



sondern woanders angestrandet.
Welch Glück für mich, dass es dich gibt,



du wirst von mir auch heißgeliebt.



Jetzt sage ich mal wirklich ehrlich:



Du bist für j e d e n  unentbehrlich.



Ich ärgere mich täglich sehr,



denn hören kann man’s immer mehr,



dass man dich reichlich ungeniert



aufs Widerwärtigste traktiert.
Es gibt so manchen Stinkadores,



der hält’s wirklich für Kokolores



das Klopapier sich anzuhorten,



da gäb’s doch attraktive Sorten.



Er würde keinesfalls rumlaufen,



um reichlich Klopapier zu kaufen.



Nur d a s  Produkt in allen Ecken,



der Quatsch, das sei was für die Jecken



Corona sei doch nur ne Plage,



schon bald gäb’s wieder gute Tage.
Schluss ist dann auch mit dem Buhei,



mein Gott wofür bloß das Geschrei?



Das meinten Hoppla-Hopp-Gestalten



ich kann davon rein gar nichts halten.



Den Standpunkt finde ich nicht richtig,



denn Klopapier ist immer wichtig.
Was ich da hörte, war nicht gut,



mich packte sofort blanke Wut.



Die Klopapier so krass verhöhnen



und in die Welt hinaus laut tönen,



die möchte ich am liebsten fragen:



Was macht ihr denn an Durchfalltagen?
Ist dann kein Klopapier zur Hand,



dann wird es richtig interessant.



Wer diesen Horror mitgemacht,



am Tage, oder in der Nacht,



wird das Erlebnis nie vergessen,



denn das Desaster hat gesessen!
Wenn so etwas plötzlich geschieht,



man mehr als eine “Schleifspur” sieht.



Ich habe mal so rumgedacht,



mich fast dabei kaputtgelacht,



ob denn die Klopapier-Chaoten



sich gern mit ihren beiden Pfoten



den “Wertesten” auf Hochglanz putzen?



Oder ihr Hemd dazu benutzen?
Und eine Mutter von acht Blagen?



Die hat viel Stress, kein Wohlbehagen.



Wenn ihr die tollen Rollen fehlen,



dann würde sie die notfalls stehlen.



Das hätte aber keinen Zweck,



das ganze Klopapier war weg.



Die Supermarkt-Regale leer,



es gab schon tagelang nichts mehr.
In meinem Kopf geht es jetzt rund,



es gibt da einen Kontrapunkt.



Ein weiser Mann gab mir den Rat,



wie man so was zu händeln hat:



“Musst du den Hintern dir abputzen,



und Klopapier dazu benutzen,



dann nimm statt einer, b e i d e  Seiten,



das macht man so in schlechten Zeiten.



Das Ganze ist höchst interessant,



denn der Erfolg liegt auf der Hand!”
Dereinst gab es kein Klopapier,



die Zeitung war dann im Visier.



Die musste man erst aufbereiten,



sonst gab’s nix mit den Putzarbeiten.



Bei diesem irren Trauerspiel



war’n beide Hände sehr mobil,



die mussten rubbeln, knubbeln, stauchen,



sonst war das Blatt nicht zu gebrauchen.



Denn ist das Putzpapier zu glatt,



der Tatort keine Chance hat.



Dann rutscht das Blatt- es ist kein Witz-



auch nicht mit Schmackes durch den Ritz.
Die Hymne möcht’ ich jetzt beenden,



und mich der Wirklichkeit zuwenden.



Das Leben ist nicht nur Plaisir,



schon gar nicht ohne Klopapier.



Ich wünsche mir und hoffe fest,



dass uns Corona bald verlässt,



und gute Zeiten sich vermehren,



C o r o n a  darf  n i e  wiederkehren.
Mit solchen deftigen Schmonzetten,



kann ich bestimmt die Welt nicht retten.



Ich wollte nur in schlimmen Zeiten,



ein wenig Fröhlichkeit verbreiten,



denn ohne man nicht leben kann,



drum hoffe ich, sie kommt gut an.
 



Im November 2020   Marianne Förster

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